Hamburg · Harvestehude · Rotherbaum · gegründet 1848

Der Bürgerverein vor dem Dammtor / Pöseldorf r.V. ist einer der ältesten Bürgervereine Hamburgs. Was 1848 im Jahr der Märzrevolution als bürgerschaftliche Initiative begann, ist heute eine lebendige Stimme für das Quartier.

Am 10. Februar 1848 kamen auf Einladung von Carl Tiecke mehrere vor dem Dammtor wohnende Bürger im Lokal des Landvogts Hartmann am Rothen Baum zusammen und gründeten den „Bürgerverein außerhalb Dammthors“. Das Vereinsgebiet reichte von der Alster bis zur Sternschanze – ein damals weitgehend unbebautes Vorstadtgelände, aus dem sich die heutigen Stadtteile Harvestehude und Rotherbaum entwickelten.

Der Verein wollte dem Gemeinwohl dienen, der Verarmung entgegenwirken – viele Hamburger hatten beim Großen Brand von 1842 ihr Zuhause verloren – und gesellig zusammenkommen. Der Name „Pöseldorf“, ursprünglich ein Spitzname für das Viertel, ist heute fester Bestandteil des Vereinsnamens.

Historische Karte Hamburgs mit dem Gebiet vor dem Dammtor
Hamburg und das Gelände vor dem Dammtor auf einer historischen Karte
— Chronik

Meilensteine seit 1848

Wichtige Stationen aus der Geschichte des Bürgervereins.

1848

Gründung des Bürgervereins

Am 10. Februar 1848 gründen Bürger aus der Vorstadt vor dem Dammtor den Verein. Noch im Gründungsjahr fordert er in einer Adresse Stimmrecht und Repräsentation der Vorstädte in Rat und Bürgerschaft – danach widmet er sich vor allem den Belangen des eigenen Gebiets.

1849

Eine Warteschule für das Quartier

Der Verein eröffnet in einem gemieteten Haus eine Warteschule für Kinder – eine der ersten sozialen Einrichtungen vor dem Dammtor. Ein Jahr später setzt er sich erfolgreich für eine Apotheke im Vereinsgebiet ein.

1859

Vertreten in der Bürgerschaft

Der Verein stellt zwei Kandidaten für die neue Hamburgische Bürgerschaft auf – seinen Vorsitzenden Johannes Heinrich Christopher Schacht und Carl Johann Theodor Röper. Beide werden gewählt.

1860er

Infrastruktur für die Vorstadt

Straßenbeleuchtung, Nachtwachen, Anschluss an die Stadtwasserkunst, Siele und Omnibusverbindungen: Der Verein setzt sich für die Ausstattung des wachsenden Quartiers ein und fordert eine eigene Vorstadt, gleichberechtigt mit St. Pauli und St. Georg.

1903

Bahnhof Dammtor wird eröffnet

Mit dem neuen Bahnhof Dammtor erhält der Verein sein namensgebendes Wahrzeichen in heutiger Gestalt – und das Quartier einen Anschluss, der sein Gesicht bis heute prägt.

1920er

Die Dammtor-Zeitung

Das Nachrichtenblatt des Vereins hat eine lange Tradition: Die Ausgabe vom Dezember 2015 trägt bereits die Bezeichnung „93. Jahrgang“. Bis heute erscheint die Dammtor-Zeitung vierteljährlich.

1973

125 Jahre – und der erste Turmweg-Flohmarkt

Zum 125-jährigen Jubiläum ruft der Verein den Flohmarkt am Turmweg ins Leben. Seitdem findet er zweimal im Jahr statt und ist eine feste Institution in Harvestehude und Rotherbaum.

1998

150 Jahre Bürgerverein

Der Verein feiert sein 150-jähriges Bestehen – mit einem Grußwort und Rückblicken in der Dammtor-Zeitung.

2017

100. Ausgabe der Dammtor-Zeitung

Im Dezember 2017 erscheint die Ausgabe Nr. 100 des Nachrichtenblatts. Sie steht wie alle Ausgaben von 2013 bis 2020 in unserem Archiv.

2023

175 Jahre bürgerschaftliche Tradition

Der Bürgerverein feiert sein 175-jähriges Jubiläum – und ist damit einer der wenigen Hamburger Bürgervereine, die ihre Tradition seit 1848 ununterbrochen fortführen.

2026

100. und 101. Turmweg-Flohmarkt

Mit dem Frühjahrs- und dem Herbsttermin 2026 erreicht der Turmweg-Flohmarkt seine 100. und 101. Auflage.

Quelle zur Frühgeschichte: Michael Weidmann, „Vor dem Dammtor“, in: Bürgervereine in Hamburg.

In Zahlen

Was mehr als 175 Jahre Bürgerverein bedeuten.

1848
Gründungsjahr
100+
Turmweg-Flohmärkte
100+
Ausgaben Dammtor-Zeitung
2
Stadtteile: Harvestehude & Rotherbaum